Richtig wünschen, aber wie? IV Konsequenz – Der Preis ist heiß

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Liebe Zielformulierer,

heute setze ich das Thema über richtiges und erfolgreiches Wünschens und Formulieren fort. Die Konsequenzen eines Wunsches zu betrachten, ist vermutlich der wesentlichste Garant dafür, dass Wünsche erfolgreich realisiert werden. Und leider sind es gerade auch die befürchteten Konsequenzen, die uns vom Erfolg abhalten.

„Wo ich bin, will ich sein“ sagt Jens Corssen, denn alles andere ist mir in der Vergangenheit zu teuer gewesen. Von diesem Gedanken ausgehend, dürfen wir für uns feststellen, dass das, was wir heute in unserem Leben vorfinden, nicht durch Zufall Teil unseres Lebens wurde sondern dass wir uns dafür entschieden haben. Vielleicht nicht immer bewusst, die Entscheidung haben aber wir getroffen.

Ein Wunsch beinhaltet, dass etwas anders sein möge, als es gerade ist. Drastisch ausgedrückt: Einen Wunsch zu haben heißt, etwas anderes zu wollen als das, wozu wir uns zuvor entschieden hatten. An dieser Stelle würde ich Euch gerne zu einer kleinen meditativen Pause einladen, denn dieser Aspekt ist wesentlich für die Qualität unserer Lebens…

Es ist ein müßiges Unterfangen, herausfinden zu wollen, warum wir uns in unserem Leben wie entschieden haben, mit der Konsequenz, dass unser Leben heute so ist, wie es ist. Ganz außer Acht lassen dürfen wir es jedoch nicht ganz, denn zu wollen, dass ein Wunsch wahr wird, heißt auch, sich neu zu entscheiden – und die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Und eine neue Entscheidung ist notwendig, sonst wäre ja bereits das, was wir uns wünschen, Teil unseres Lebens.

Daher dürfen wir für uns möglichst intensiv deutlich machen, welche Konsequenzen es hat, wenn unser Wunsch wahr werden würde. Steht nämlich die Konsequenz einer unserer Entscheidung entgegen, wird der Wunsch nie wahr werden – oder schlimmer noch: der Wunsch wird wahr und wir sind zutiefst unglücklich.

Ein kleines Beispiel: Ein Mitarbeiter in einem großen Unternehmen wünscht sich, Karriere zu machen. Heute ist er Sachbearbeiter, in seinem Job sehr gut und für diesen auch qualifiziert. Er fühlt, „da geht noch was, das kann doch nicht schon alles gewesen sein“. Recht hat er, gehen würde da noch was. Fraglich ist, ob er es auch tatsächlich haben wollen würde, wüsste er um der Konsequenzen. Falls er sich über selbige noch nie Gedanken gemacht hat, steht er vermutlich seinem Wunsch selbst im Wege. Warum das so ist? Weil er ja nicht ohne Grund sondern auf Basis einer eigenen Entscheidung Sachbearbeiter ist, denn alles andere war ihm bisher zu teuer. Und „Karriere“ ist nicht billig. Mehr Verantwortung, vermutlich mehr Stress, Arbeitszeit und Konflikte.

Ganz gefährlich wird die Situation, wenn ihm die Gründe für den Wunsch, „Karriere machen zu wollen“, nicht klar sind. Ist es die Gattin, die an ihrer Seite gerne einen erfolgreichen Geschäftsmann sehen möchte, ist es das Haus, zu dessen Finanzierung ein größeres Gehalt notwendig wäre oder der Vater, der vom Sohn nicht enttäuscht werden will oder soll – in jedem Fall wird der Wünschende nicht glücklich sein, denn kein einziger der oben genannten Gründe hatte etwas mit seinen eigenen Gefühlen zu tun. Bestenfalls handelt es sich hier um Erfüllungsgehilfen. Die adressierten Gefühle könnten z.B. sich geliebt fühlen, Sicherheit und Anerkennung sein.

Um herauszufinden, ob die Erfüllung eines Wunsches tatsächlich dazu beiträgt, mehr Glück zu empfinden, empfehle ich die „5 mal Warum – Methode“. Fragt Euch 5 mal hintereinander, warum Ihr einen Wunsch habt, wobei jedes „Warum“ auf der Antwort des vorherigen „Warum“ basiert.

Wieder ein kleines Beispiel: Da wünscht sich einer Reichtum, um sich damit ein neues teures Auto vor die Tür stellen zu können. Und er beginnt:
1. „Warum will ich ein neues Auto? – weil dann die Nachbarn sehen, dass ich erfolgreich bin“
2. „Warum will ich, dass die Nachbarn sehen, dass ich erfolgreich bin? – weil sie mir dann Anerkennung zollen, wenn ich ihnen begegne“
3. „Warum will ich, dass sie mir Anerkennung zollen? – weil ich mich dann wertvoll empfinde“
4. „Warum will ich mich wertvoll empfinden? – weil mich das selbstbewusster und ausgeglichener machen würde“
5. „Warum will ich ausgeglichener sein? – weil ich nicht mehr mit meinen Kindern so viel schimpfen und mit meiner Frau nicht mehr so viel streiten möchte“

Na, das ist ja mal ein heftiger Werdegang, oder? Da hätte also ein besser bezahlter Job herhalten sollen, um ein Auto sich leisten zu können, um erst anerkannt und später ausgeglichen zu werden, um letztendlich ein harmonischeres Miteinander in der Familie zu erreichen. Zielführender ist hier, direkt mit dem zu beginnen, was als Antwort auf das 5. „Warum“ gegeben wurde. Der erhoffte Zustand stellt sich so a) schneller ein und b) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: in dem Job wird er nicht glücklich. Die neue Aufgabe in der Firma hätte als Erfüllungsgehilfe herhalten müssen.

Mit diesen Gedanken beende ich diesen Beitrag. Sie sind die Vorbereitung für den nächsten, bei dem es dann um die zu erwartenden Konsequenzen geht, wenn der Wunsch wahr geworden ist.

Beste Grüße
Marcel

 

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